Zufalls-Zitat

"Ist es nicht ungerecht, dass jemand seinen Vater verliert, den er liebt, während keiner sich dazu aufrafft, meinen umzulegen?", fragte er düster.

[Desmond in  So ein Theater - Nika]

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Schreibtipps - Sex schreiben

8. Intimes Zwischenspiel mit Höhepunkt - Der Sex

Die Bedeutung einer Sexszene für das Fandom, den Leser und den Schreiber ist enorm.
Häufig ist gerade die Sexszene der Maßstab für die gesamte Geschichte, für Schreiber und Leser, auch wenn der Rest der Geschichte noch so einen faszinierenden Plot hat, die Sexszene ist wichtiger.
Sie ist Grund eine Geschichte zu lesen oder Kritik zu üben. Auf kein Kapitel einer Geschichte gibt es soviel Reaktionen wie auf das, in dem die beiden Hauptcharaktere endlich Sex haben.
Also auch für unser Genre gilt: Sex sells!

Kurze Vorauserklärung noch einmal:
Lemon: Deutlich ausgeschriebener Sex, mit allen Details
Lime: Angedeuteter Sex

Zuerst einmal, was will ich für einen Sex haben...äh... schreiben?

8.1. Arten von Sexszenen

Das erste Mal:
Ob nun zwei Jungen, zwei Mädchen, ein junges Hetero-Paar oder übersinnlicher Sex [Engel & Mensch], sie haben Sex[!!!!!] und das ist das Wichtige an dieser Art von Szene.
Das Wagnis, die Aufregung, die Entdeckungen an einander sind wichtiger als der Orgasmus.

Sie tun es, entdecken sich und lernen sich sehr intim kennen - darauf sollte das Hauptmerkmal des Schreibers liegen. Die Spannung zwischen den Charakteren, die Schüchternheiten, der Geschmack der ersten Küsse, die ersten Ausflüge der Finger auf warmer Haut... Das ist prickelnd und stimuliert.
Fehler:
Kink, Bondage, S/M - sie kennen sich ja kaum, deshalb fehlt das Vertrauen, das zwischen einem Meister und seinem Untergebenen bestehen sollte. Zudem wissen sie noch nicht, was den anderen genau anmacht.
Ausnahmen
Besuch bei einer Domina, S/M-Club oder so etwas

Ein Langzeit Paar
Hier ist es meist ein besonderer Anlass oder etwas Besonderes, das schreibwürdig sein könnte [Feiertage, Hochzeitstag, Champagnerbad, Urlaub oder Streit mit Versöhnung und all so etwas]
Wagnisse [neue sexuelle Richtungen - Peitsche, Fesseln, neue Stellungen]
Pech oder Pleite, das kann auch ein Grund sein, darüber zu schreiben, vor allem, wenn sich daraus auch noch andere, beziehungstechnische Konsequenzen ergeben.
Interessant wird diese Szene auch durch Erinnerungen und Gedanken der Partner.
Achtung:
Wenn man Romantik schreibt, passen Folterwerkzeuge nicht dazu. Also sollte man die Grundstimmung beibehalten.

Dominanz Gerangel durch Sex:
Hier geht es um Kräftemessen, Macht, Belohnung, Bestrafung und Hierarchien, nicht unbedingt vorrangig um Liebe

Spannung zwischen den Figuren entsteht durch die Definition der Rollen: Wer ist unterlegen, wer will die Macht an sich reißen, wie und warum?
Interessant ist, welche Gefühle die Figuren überkommen. Liegt die Erfüllung in Erniedrigung oder Triumph? In Selbstaufgabe oder Selbsterhöhung? Diese Gefühle sind wichtiger als die Penetration oder der Sex an sich.


Sonderfall Vergewaltigung:
Für mich ist das ist nicht Sex sondern eine Machtdemonstration. Es geht um Unterwerfung, Verletzung,
einen gewissen Rausch der Gewalt und der Macht über jemanden.


PWP [ Plot What Plot = Plotloser Sex]
Purer Sex ohne Geschichte rundherum, nur reine Lust und Sinnesvergnügen. Das klingt zwar klingt einfach, ist aber sauschwer zu schreiben.
Der Reiz ist in der Konstellation der Sexpartner gegeben und deren Wagnisses oder Zurückhaltungen.
Machen sie etwas gewagtes, weil sie sich eh nie wieder sehen? Ist es vielleicht die erste Erfahrung mit dem eigenen Geschlecht? Ein One Night Stand?

Ich finde, jede PWP hat dennoch irgendwie eine Geschichte. Ist es eine Fanfiktion, so hat der Leser meist ein Hintergrundwissen, kennt die Charaktere, ihr Aussehen und vielleicht sogar die Situation, in der sie sich befinden.
Auch außerhalb eines Fandoms muss man die Charas definieren und gibt ihnen somit eine Geschichte und eine Persönlichkeit. Allein schon, um sie während der Geschichte unterscheiden zu können, was bei gleichgeschlechtlichen Sexszenen eh schnell zum Problem wird.

8.2. Nun aber... endlich Sex!!!

Okay, die Art der Szene steht fest und ebenso wer daran beteiligt ist. Und nun?
Es gibt leider kein Patentrezept, wie man Sex schreibt, genau wie jeder Mensch Sex unterschiedlich erlebt und eigene Vorlieben hat.
Allgemeine Tipps:

  • Sex haben
  • bei Homo Sex einfach schwule/lesbische Freunde fragen
  • Pornos ansehen
Meine Vorgehensweise ist meist so:

  • Ich besinne mich auf die Charaktere und wer sie sind, auch auf ihr Aussehen
  • Ich male mir aus, wie sie sich verführen [romantisch, geplant, hinterhältig...]
  • Es muss eine Stimmung und Umgebung für mich her, welche die Szene mitbestimmt z.B.: Mondlicht mit zirpenden Grillen, ein elegantes Schlafzimmer oder kaltes Neonlicht in einem dreckigen Herrenklo, in dem die Röhren summen
  • in diese Szene setze ich die Leute, mit all ihren Unsicherheiten, Plänen, Skrupeln und Lüsten.
  • Für den Sex an sich überlege ich mir, welche Variante die wahrscheinlichste für diese zwei ist, dann schreibe ich den Sex einfach, versuche einen Stil zu etablieren [Wortwahl, Perspektive und Vorgehen] und los geht es
Nun, das ist wirklich schwer und so kommen wir gleich zum nächsten Thema.

8.3. Man, das wird nichts! Was ist los? Erektile Dysfunktionen bei Schreibern

Auch wenn man schreibt und denkt und wieder löscht - manchmal nützt alles nichts. Vielleicht helfen ja diese Fehleranalysen von jainoh und mir.
Noch einmal betone ich, dass manche Sexszene mechanisch, prollig oder steril sein soll, also mit Absicht so geschrieben wurden. Dann ist das hier null und nichtig.

o Problem: Langeweile
Alles wirkt so lasch wie eine Bio-Schuheinlage. Woran kann das liegen?
Zuviel Handlung und zuwenig sexuelle Spannung, das heißt, zwischen den potentiellen Sexartisten funkt es nicht. Sind die Gefühle, Anziehung und alles genug bedacht?
Lösung:
mit Abstand die Szene noch einmal lesen, und vielleicht Gedanken der Charas einfügen oder andere Stimmungselemente
Entzerren der Szene, vielleicht Rückblicke einbauen oder einfach noch Szenen einfügen.
[Heiße Blicke, Starren auf den Hintern, trockener Mund, Gedanken daran, wie die Lustschreie des anderen wohl klingen mögen usw.]


o Problem: Mechanischer Sex
Der Sex wirkt eher wie eine Anleitung zum Einbau einer neuen Küchenmaschine oder Rasenmähen mit Genitalien.
Natürlich kann ein solches Szenario auch erwünscht sein.
Lösung:
Adjektive, Umschreibungen und Bilder noch einmal durchgehen
nicht zu abstrakte Begriffe benutzen, vor allem keine, die Geräte assoziieren
Bsp.: rühren, drehen, schieben, stoßen (sehr beliebt, darf man sich in einer energischen Szene erlauben, in einer romantischen Szene zerstört es jedes zuvor aufgebaute Gefühl), schrauben, klappen, falten, verstreuen, stülpen,... Knopf (als Umschreibung für Brustwarze selten mehr als komisch), Kolben (ebenso eher komisch), ...Da gibt es sicherlich noch reichlich mehr Worte.


o Problem: Klinischer Sex
Kalte, sterile Atmosphäre, die einen schaudern lässt. Manchmal ist das beabsichtigt, ist also nicht unbedingt ein Fehler. Allerdings hat so eine Szene eher wenig lebendige Erotik.
Häufig sind solche Szenen angereichert durch Fachwörter: Penis, Vorhaut, Ejakulat, After, Glans...
Lösung:
Vokabular überprüfen und lockerer machen
Leider kann man dabei schnell in den mechanischen Sex oder Proll abgleiten


o Proll Sex [Porno]

Beinhaltet Vokabular wie: Schwanz, Schwengel, Rieseneumel, Salami, Mundfotze und Loch. Diese Szenen vermitteln einen harten und schmutzigen Eindruck vom Sex
Lösung:
Wörtliche Rede darf schmutzig sein. "Her mit deinem Schwanz!" oder "Leck meinen Schwengel", "Ich leih dir meine Munfotze" und so, können in der wörtlichen Rede stehen, ohne dass gleich die gesamte Szene abgleitet.
Ansonsten einfach noch mal das Vokabular überprüfen und abschwächen.


o Verwirrende Szenen:

Wessen Arme umarmen wen? Macht der mit sich selbst rum? Kurz:
Wer macht was mit wem?
Unübersichtlichkeit ist ein wirklich, wirklich ernstzunehmendes Problem bei Homo-Sex, das bei Hetero-Sex nicht so auftaucht. Sie küsste ihn. Klar weiß da jeder, wer gemeint ist. Aber bei: Er küsste ihn?
Oder: Seine Hände fuhren über seinen Penis und mit einem schelmischen Lächeln sah er zu, wie er unter dieser Berührung begann zu stöhnen. Ääääh? Das hier könnte auch fast eine Masturbation sein. Nun, hier kommt uns wieder die Vorarbeit, die wir für eine Geschichte geleistet haben, zugute.
Lösung:
Äußeres der Figuren gut beschreiben, auch ihre physikalischen Eigenschaften wie Schnelligkeit, Wendigkeit oder typische Gerüche. Ihre Schwächen, Stärken, der Timbre ihrer Stimme, die Farbe ihrer Haut, all das kann sie unterscheiden.
Evtl. sollte man die Kleidung beschreiben, auch wenn die bloß ausgezogen wird.
Berufe oder Vorlieben beschreiben.
Man kann auch pro Personen einen Absatz schreiben - wechselt der Absatz, so wechselt die Perspektive und der Akteur.
Verwirrende Szenen sollten einfach noch einmal auf Beschreibungen oder deren Mangel geprüft werden.
Sonderfall Dreier:
Am besten agiert einer und die anderen reagieren, bis man die Rollen gut tauschen kann
Einfacher gesagt: A macht was mit B, B fühlt dies, oder sagt sogar was dazu, während B was mit C macht. C fühlt dies und reagiert in diesem Fall. A reagiert auf den Kommentar von B, oder wechselt vielleicht zu C.


o Die unendliche Sexszene

Die Szene nimmt einfach kein Ende. Ja, auch das kommt vor.
Lösung:
Löschen bis auf den einleitenden Satz, dann noch einmal durch gehen, was für die Szene wichtig ist. Vielleicht einfach ein paar kleine Stichpunkte machen. Szene abkürzen, also in Lime umwandeln und Pillowtalk hinterher dran hängen oder nach Erkenntnis ja, wir wollen beide, einfach Überblendung zum danach, auch wenn das etwas unbefriedigend ist.


o Kein Anfang
Die Zwei sind im Bett und man weiß eigentlich nicht so genau, warum und wie. Verführung und Einleitung fehlt, so dass der Leser unbefriedigt bleibt. Das aber ist gerade das, was den Leser mit hineinzieht.
Merke: Das Davor ist wichtiger als das Danach. Zusammen mit dem Charakter wird auch der Leser verführt, umgart und in Stimmung gebracht. Die Spannung schwindet meist mit dem Orgasmus [in mehreren Hinsichten]
Lemon Hatz verärgert und verstört den Leser und mindert den Gesamteindruck [Oder schlimmer, nach Verwirrungen und Abenteuern treffen sie sich das erste Mal wieder und springen gleich in die Kiste.]
Lösung:
Die Vorgeschichte durchgehen, eventuell kleine, begehrliche Blicke, oder eindeutige Gedanken a la "Heute muss es sein!" einbringen

o OOC Sex bei Fanfiktion
Die Charas verhalten sich unbeabsichtigt irgendwie seltsam und nicht, wie man es im Kanon erwarten würde [Ranmaru als Seme, ein schüchterner Duo, Shinji wirkt machohaft]
Lösung:
Noch einmal das Original studieren, vielleicht Notizen machen und noch einmal erkunden, wie die Figuren im Original agieren.
Oder sehen, ob die Plotidee einfach ein OOC bedingt

o Kulturelle Fehler
Ja, auch das gibt es.
z.B.: In Lateinamerikanischen Ländern ist Analverkehr viel akzeptierter als hier, so entstehen weniger Hemmschwellen
Oder in Japan ist Homosexualität weniger mit Vorurteilen und Problemen belastet
Lösung:
Nachforschungen anstellen im Internet [Wikipedia ist sehr lehrreich, was Sexkultur angeht oder in der Bibliothek. Oder Landsleute fragen, was definitiv für Gesprächszündstoff sorgen wird.

8.4. Das schaff ich nie! Das ist alles viel zu anspruchsvoll.

Das hier ist nur ein Ratgeber, kein Zwang, es so zu machen.
In Vorbereitung auf dieses Kapitel und den Workshop habe ich sehr viele Sexszenen in Büchern, die richtig verlegt werden, gelesen und auch dort gab es gute sowie schlechte, mechanische, prollige, eklige und völlig kitschig-romantische Sexszenen. Nur Mut!
Wer wagt, der gewinnt - zumindest Erfahrung und ein Stück Selbstsicherheit.

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